
Der Wissens-Index
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Training, Ernährung, Biologie, Supplements
Themen
Verstehen statt googeln
Ziel
Aminosäuren
Grundbausteine aller Proteine. Es gibt 20 Aminosäuren, davon 9 essentielle, die der Körper nicht selbst herstellen kann und über die Nahrung aufnehmen muss. Sie werden für Muskelaufbau, Enzym- und Hormonproduktion benötigt.
Tierische Proteine decken das Aminosäureprofil vollständiger als die meisten pflanzlichen Einzelquellen.
Anabol
Stoffwechselzustand, der den Aufbau von Körpergewebe – vor allem Muskeln – beschreibt. Das Gegenteil von katabol. Anabolismus benötigt Energie und Baustoffe, vor allem Protein und ausreichend Kalorien.
Krafttraining, Schlaf und ausreichend Protein fördern anabole Prozesse.
Anabole Resistenz
Die verminderte Fähigkeit älterer Muskeln, auf Proteinzufuhr und Trainingsreize anzusprechen. Ab ca. 50 Jahren braucht es mehr Protein pro Mahlzeit, um denselben Muskelaufbaureiz zu erzeugen wie bei Jüngeren.
Ab 50+ Proteinmenge auf 1,6–2,2g/kg erhöhen und auf Krafttraining setzen.
Antioxidantien
Verbindungen, die freie Radikale (reaktive Sauerstoffspezies) neutralisieren und so Zellen vor oxidativem Stress schützen. Beispiele: Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin, Polyphenole aus Obst und Gemüse.
Vielfalt im Obst- und Gemüsekonsum deckt den Bedarf meist ohne Ergänzung.
ATP (Adenosintriphosphat)
Adenosintriphosphat
Universeller Energieträger in allen Körperzellen. Wird bei jeder Muskelkontraktion verbraucht und muss ständig regeneriert werden – über Kreatinphosphat, Glykolyse oder oxidative Phosphorylierung.
Kreatin erhöht die Phosphokreatin-Reserven und beschleunigt die ATP-Resynthese bei intensiven Belastungen.
Aufbauphase
Bulk
Trainingsphase mit dem Ziel, Muskelmasse aufzubauen. Erfordert einen Kalorienüberschuss (250–500 kcal über Bedarf), ausreichend Protein und progressives Training. Nachteil: gleichzeitig wird meist etwas Fett aufgebaut.
Ein moderater Überschuss minimiert unerwünschte Fettzunahme.
Ballaststoffe
Unverdauliche Kohlenhydrate aus pflanzlichen Lebensmitteln. Sie verlangsamen die Magenentleerung, verbessern die Sättigung, unterstützen die Darmgesundheit und regulieren den Blutzuckeranstieg nach Mahlzeiten.
Empfehlung: 25–35g täglich. Quellen: Hülsenfrüchte, Haferflocken, Gemüse, Vollkornprodukte.
BCAA
Verzweigtkettige Aminosäuren
Leucin, Isoleucin und Valin – drei der neun essentiellen Aminosäuren, die besonders häufig in Muskelgewebe vorkommen. Früher als wichtiges Supplement gehandelt, heute differenzierter: bei ausreichender Gesamtproteinzufuhr bringen BCAA kaum Mehrwert gegenüber vollständigen Proteinquellen.
EAAs (alle 9 essentiellen AS) sind in der Regel sinnvoller als reine BCAA-Präparate.
Beta-Alanin
Aminosäure, die im Körper zu Carnosin umgewandelt wird. Carnosin puffert Laktat in der Muskulatur und verzögert so die Übersäuerung bei intensiver Belastung. Typischer Nebeneffekt: Kribbeln der Haut (Parästhesie) – harmlos.
Relevant bei Intervalltraining, Kampfsport und Ausdauereinheiten mit hoher Intensität.
Bioverfügbarkeit
Der Anteil eines Nährstoffs oder Wirkstoffs, der nach der Aufnahme tatsächlich im Blut ankommt und für den Körper nutzbar ist. Pflanzliches Eisen hat z.B. eine geringere Bioverfügbarkeit als tierisches Häm-Eisen. Beeinflusst wird sie u.a. durch Verarbeitung, Kombination mit anderen Nährstoffen und individuelle Darmgesundheit.
Vitamin C erhöht die Bioverfügbarkeit von pflanzlichem Eisen deutlich.
Bulk
Englischer Begriff für die Aufbauphase im Kraftsport. Kalorienüberschuss + Krafttraining, Ziel ist Muskelmasse. Unterschieden wird zwischen „Lean Bulk" (kleiner Überschuss, wenig Fettaufbau) und „Dirty Bulk" (großer Überschuss, schnellerer aber unkontrollierterer Aufbau).
Lean Bulk (200–400 kcal Überschuss) ist für die meisten Freizeitsportler sinnvoller.
Casein
Milchprotein, das im Magen gerinnt und dadurch besonders langsam verdaut wird (bis zu 7h). Liefert einen gleichmäßigen Aminosäurestrom und eignet sich zur Versorgung über Nacht oder bei langen Mahlzeitenlücken.
Quark enthält viel Casein und ist eine günstige Alternative zu Casein-Pulver.
Cortisol
Stresshormon der Nebennierenrinde. Wird bei körperlichem und psychischem Stress ausgeschüttet. Kurzzeitig nützlich – als Dauerzustand katabolisch: erhöht Muskelabbau, fördert Fetteinlagerung besonders im Bauchbereich, stört Schlafqualität.
Chronischer Schlafmangel und Alltagsstress halten den Cortisolspiegel dauerhaft erhöht – ein unterschätzter Trainingskiller.
Creatin
Kreatin
Körpereigene Verbindung, die Phosphatgruppen für die schnelle ATP-Resynthese speichert. Einer der meistuntersuchten Wirkstoffe im Sport. Verbessert Kraft, Schnelligkeit und Erholung bei kurzen intensiven Belastungen. 3–5g täglich, keine Ladephase nötig.
Wirkt kumulativ. Täglich einnehmen, auch an trainingsfreien Tagen. Wirkung nach 2–4 Wochen.
Cut / Definitionsphase
Trainingsphase mit dem Ziel, Körperfett zu reduzieren bei gleichzeitigem Erhalt der Muskelmasse. Erfordert ein Kaloriendefizit (300–500 kcal unter Bedarf), hohe Proteinzufuhr und Krafttraining. Ohne ausreichend Protein wird Muskelmasse abgebaut.
Je langsamer der Cut (0,5–1% Körpergewicht/Woche), desto besser bleibt Muskelmasse erhalten.
Deload
Trainingsphase mit bewusst reduziertem Volumen und/oder Intensität (typisch: 40–60% des normalen Volumens) für 1–2 Wochen. Ziel: das Nervensystem und passive Strukturen erholen lassen, Übertraining vermeiden und langfristige Progression ermöglichen.
Alle 6–10 Wochen empfehlenswert, besonders bei intensivem Training.
DOMS
Muskelkater
Delayed Onset Muscle Soreness. Schmerzgefühl 24–72h nach ungewohnter oder intensiver Belastung. Entsteht durch Mikroverletzungen in den Muskelfasern, nicht – wie lange angenommen – durch Laktatansammlung. DOMS ist normal und ein Zeichen der Anpassung.
Starker Muskelkater bedeutet nicht automatisch besseres Training – regelmäßig Trainierte haben weniger DOMS bei gleichem Fortschritt.
EAA
Essentielle Aminosäuren
Die neun essentiellen Aminosäuren, die der Körper nicht selbst synthetisieren kann: Leucin, Isoleucin, Valin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Histidin. EAAs sind sinnvoller als reine BCAA-Präparate, da alle Bausteine für Muskelproteinsynthese geliefert werden.
Relevant bei nüchternem Training, sehr langen Einheiten oder unzureichender Proteinzufuhr.
Elektrolyte
Mineralien, die in Körperflüssigkeiten als Ionen vorliegen: Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Chlorid. Regulieren Wasserhaushalt, Nervenreizleitung und Muskelkontraktion. Bei intensivem Schwitzen verloren und ersetzt werden müssen.
Bis 45 Min Einheit reicht Wasser. Ab 60 Min bei Hitze oder intensivem Schwitzen Elektrolyte zuführen.
Energiebilanz
Das Verhältnis zwischen aufgenommener und verbrauchter Energie. Positiv (Überschuss) = Gewichtszunahme. Negativ (Defizit) = Gewichtsabnahme. Neutral (Erhaltung) = stabiles Gewicht. Alle Diätprinzipien wirken letztlich über die Energiebilanz.
Kaloriendefizit ist die einzige nachgewiesene Methode zur dauerhaften Gewichtsreduktion.
Erhaltungsbedarf (TDEE)
Total Daily Energy Expenditure
Gesamte täglich verbrauchte Energie – Summe aus Grundumsatz und körperlicher Aktivität (Bewegung, Training, NEAT). Wer auf dem Erhaltungsbedarf isst, hält sein Gewicht stabil.
TDEE schwankt täglich. Wöchentliche Mittelwerte sind aussagekräftiger als Tagesmessungen.
Ferritin
Speicherprotein für Eisen in Leber, Milz und Knochenmark. Im Blutbild ist Ferritin der sensitivste Marker für den Eisenstatus – aussagekräftiger als Hämoglobin, das erst bei ausgeprägtem Mangel abfällt.
Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsprobleme können auf niedrige Ferritinwerte hinweisen. Labordiagnose vor Eisensupplementierung.
Fettstoffwechsel
Energiegewinnung aus Fettsäuren. Bei niedriger bis moderater Intensität (ca. 50–65% VO2max) deckt der Körper einen höheren Anteil seines Energiebedarfs aus Fett. Ausdauertraining verbessert die Fähigkeit, bei höherer Intensität effizienter auf Fett zurückzugreifen.
Nüchterntraining fördert den Fettstoffwechsel, reduziert aber die Trainingsintensität.
Freie Radikale
Reaktive Sauerstoffspezies
Instabile Moleküle mit ungepaarten Elektronen, die in Körperzellen Schäden anrichten können. Entstehen durch Stoffwechselprozesse, Training, UV-Strahlung und Umweltgifte. Antioxidantien aus der Nahrung neutralisieren sie.
Moderates Training erhöht die körpereigene Antioxidantienkapazität – extremes Training ohne Erholung kann oxidativen Stress erhöhen.
Ghrelin
Hunger-Hormon, das im Magen produziert wird. Steigt vor Mahlzeiten und sinkt nach dem Essen. Schlafmangel erhöht Ghrelin und senkt Leptin – eine der Erklärungen, warum schlechter Schlaf Heißhunger fördert.
Wer abnehmen will, sollte Schlaf priorisieren — sonst kämpft man gegen die eigene Hormonlage.
Glutamin
Häufigste Aminosäure im Körper, Energiesubstrat für Darmzellen und Immunsystem. Bei intensivem Training oder hohem Trainingsvolumen kann Supplementierung Regeneration und Darmbarriere unterstützen. Für Freizeitsportler mit normalem Trainingsvolumen meist nicht notwendig.
Relevant bei sehr hartem Trainingsplan, Diätphasen oder anfälliger Verdauung. Sonst niedrige Priorität im Supplement-Stack.
Glykogen
Speicherform von Glucose in Leber (ca. 100g) und Muskeln (ca. 300–500g). Primärer Treibstoff für intensive Belastungen. Leerung der Glykogenspeicher führt zu starkem Leistungsabfall (Hungerkrise / „Bonk").
Kohlenhydrate vor und nach intensivem Training füllen und regenerieren Glykogenspeicher.
Grundumsatz (BMR)
Basal Metabolic Rate
Energie, die der Körper in vollständiger Ruhe für Grundfunktionen verbraucht (Atmung, Herzschlag, Zellerneuerung, Körperwärme). Abhängig von Körpergröße, Gewicht, Alter und Muskelmasse. Macht 60–70% des Gesamtumsatzes aus.
Mehr Muskelmasse erhöht den Grundumsatz. Crash-Diäten senken ihn dauerhaft.
Hypertrophie
Vergrößerung von Muskelzellen durch Trainingsreiz und Proteinzufuhr. Unterschieden wird myofibrilläre Hypertrophie (stärkere Muskelfasern) und sarkoplasmatische Hypertrophie (größeres Zellvolumen). Hypertrophietraining liegt typisch im Bereich 6–15 Wiederholungen.
Hypertrophie entsteht im Erholungsprozess nach dem Training – nicht im Training selbst.
Insulin
Hormon der Bauchspeicheldrüse, das den Blutzucker reguliert. Nach kohlenhydrat- oder proteinreichen Mahlzeiten ausgeschüttet. Insulin transportiert Glukose in die Zellen und hat anabole Eigenschaften – es fördert sowohl Muskelaufbau als auch Fettspeicherung.
Insulin ist kein Feind. Es ist ein Transporthormon, das auch Nährstoffe in Muskelzellen befördert.
Intervalltraining (HIIT)
High Intensity Interval Training
Wechsel zwischen intensiven Belastungsphasen und Erholungsphasen. Effektiver Weg, cardiovaskuläre Kapazität und Fettstoffwechsel zu verbessern in kurzer Zeit. Verursacht erhöhten Nachbrenneffekt (EPOC).
HIIT ist intensiv und erfordert mehr Regeneration als moderates Cardio. 2–3× wöchentlich ist für die meisten ausreichend.
Kalabol / Katabol
Katabol
Stoffwechselzustand, der den Abbau von Körpergewebe beschreibt. Protein, Fett und Glykogen werden zur Energiegewinnung abgebaut. Das Gegenteil von anabol. Cortisol, Kaloriendefizit und Schlafmangel fördern katabole Prozesse.
Muskelabbau (katabol) ist das Risiko bei zu hartem Defizit, zu wenig Protein oder zu wenig Schlaf.
Kaloriendefizit
Zustand, in dem weniger Kalorien aufgenommen als verbraucht werden. Führt zu Gewichtsabnahme. Ein moderates Defizit von 300–500 kcal täglich ermöglicht Fettabbau bei gleichzeitigem Muskelerhalt – sofern Protein ausreichend ist.
Zu großes Defizit (>1000 kcal) führt zu Muskelverlust, Erschöpfung und metabolischer Adaptation.
Kalorienüberschuss
Zustand, in dem mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht werden. Notwendig für Muskelaufbau in relevanten Mengen. Ein moderater Überschuss von 200–500 kcal minimiert übermäßige Fettzunahme während des Aufbaus.
Ohne Krafttraining landen Kalorienüberschüsse überwiegend als Fett.
Koffein
Stimulanz, das die zentrale Müdigkeit reduziert und Konzentration sowie Schmerztoleranz erhöht. Wissenschaftlich gut belegt: 3–6 mg/kg Körpergewicht 30–60 Min vor dem Training verbessert Kraft und Ausdauer. Regelmäßige Einnahme führt zu Toleranzentwicklung.
3–4× pro Woche statt täglich nutzen, um den Effekt nicht zu verlieren. Spät am Tag stört den Schlaf.
Kohlenhydrate
Carbs
Makronährstoff, der primär als Energielieferant dient. Werden zu Glukose aufgespalten und als Glykogen gespeichert. Nicht pauschal gut oder schlecht – entscheidend sind Qualität (Ballaststoffgehalt, Verarbeitungsgrad) und Kontext (Aktivitätsniveau, Trainingsziel).
4 kcal/g. Kohlenhydrate sind kein Feind – übermäßiger Konsum leerer Kohlenhydrate schon eher.
Kollagen
Strukturprotein und Hauptbestandteil von Bindegewebe, Sehnen, Bändern, Knorpel und Haut. Studien deuten auf Unterstützung bei Gelenkbeschwerden hin. Kein vollständiges Protein für Muskelaufbau, da Aminosäureprofil unvollständig.
Nicht als Anti-Cellulite-Mittel zu verwenden – das ist wissenschaftlich nicht belegt. Sinnvoll als Gelenkunterstützung.
Laktat
Stoffwechselprodukt der anaeroben Glykolyse (Energiegewinnung ohne Sauerstoff). Früher fälschlich als Hauptursache von Muskelkater bezeichnet – tatsächlich wird Laktat rasch wieder verwertet. Hohe Laktatwerte zeigen intensive Belastung an.
Laktat ist kein Abfallprodukt, sondern ein Energieträger. Ausdauertraining verbessert die Laktattoleranz und -verwertung.
Leptin
Sättigungs-Hormon, das im Fettgewebe produziert wird. Bei kalorischen Mangelphasen sinkt Leptin, was Hunger erhöht und den Stoffwechsel drosselt – ein evolutionärer Schutzmechanismus. Erklärt, warum Diäten nach Wochen schwieriger werden.
Refeeds und gelegentliche Pausen aus dem Defizit helfen, Leptin zu stabilisieren.
Leucin
Die wichtigste der drei BCAAs und der entscheidende Trigger für die Muskelproteinsynthese. Aktiviert den mTOR-Signalweg, der Muskelwachstum initiiert. Ca. 2,5–3g Leucin pro Mahlzeit gelten als optimaler Schwellenwert.
Whey und Sojaprotein sind leucinreicher als viele andere Quellen. Wichtig bei veganer Ernährung im Blick behalten.
Low Carb
Ernährungsansatz mit reduzierter Kohlenhydratzufuhr (typisch: <100–150g täglich). Kann für Fettabbau effektiv sein, ist aber für intensives Training suboptimal, da Glykogenspeicher nicht optimal gefüllt werden.
Nicht für alle gleich gut geeignet. Bei Ausdauer- und Krafttraining mit hoher Intensität oft leistungsmindernd.
Magnesium
Essentielles Mineral, beteiligt an über 300 enzymatischen Reaktionen. Wichtig für Muskelfunktion, Energiestoffwechsel, Nervensystem und Schlaf. Bei intensivem Training und Schwitzen steigt der Bedarf. Mangel zeigt sich oft durch Muskelkrämpfe oder Schlafstörungen.
300–400 mg täglich. Magnesiumcitrat oder -glycinat sind besser bioverfügbar als Magnesiumoxid.
Makronährstoffe
Die drei Hauptnährstoffe der Ernährung: Protein (4 kcal/g), Kohlenhydrate (4 kcal/g) und Fette (9 kcal/g). Liefern Energie und Baustoffe. Alkohol liefert ebenfalls Energie (7 kcal/g), gilt aber nicht als Makronährstoff.
Die Verteilung der Makros ist wichtig – aber die Gesamtkalorienzufuhr ist der stärkere Hebel für Körpergewicht.
Mikronährstoffe
Vitamine und Mineralstoffe, die der Körper in kleinen Mengen benötigt, aber nicht selbst herstellen kann. Regulieren Stoffwechselprozesse, Immunfunktion, Knochengesundheit und Nervensystem. Liefern keine Energie.
Vielfalt beim Obst- und Gemüsekonsum deckt die meisten Mikronährstoffe besser ab als Einzelpräparate.
Multivitamin
Mischpräparat mit verschiedenen Vitaminen und meist Mineralstoffen. Sinnvoll bei lückenhafter Ernährung, einseitiger Diät oder erhöhtem Bedarf (Schwangerschaft, Krankheit). Ersetzt keine ausgewogene Ernährung.
Bei guter Mischkost meist überflüssig. Statt Multivitamin gezielt prüfen: was fehlt wirklich? (z.B. Vitamin D, B12, Eisen).
Muskelproteinsynthese (MPS)
Proteinsynthese
Der Prozess, durch den Zellen neue Proteine aufbauen. Im Kontext des Krafttrainings: die Rate, mit der der Körper nach einem Trainingsreiz neue Muskelproteine produziert. Wird durch Leucin, Gesamt-Proteinzufuhr und Trainingsreiz stimuliert.
Protein auf mehrere Mahlzeiten verteilen stimuliert MPS öfter als alles auf einmal.
Muskelversagen
Der Punkt, an dem keine weitere saubere Wiederholung möglich ist. Nicht für jeden Satz und nicht für jede Trainingsphase notwendig oder sinnvoll. Zu häufiges Trainieren bis zum Muskelversagen erhöht Regenerationsbedarf und Verletzungsrisiko.
Für Hypertrophie gilt: 1–3 Wiederholungen vor dem Muskelversagen zu stoppen (RIR 1–3) ist oft effizienter als totales Versagen.
Nährstoffdichte
Das Verhältnis von Nährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Protein) zur Kalorienmenge eines Lebensmittels. Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte liefern viele Nährstoffe pro Kalorie (z.B. Hülsenfrüchte, Gemüse, Magerquark). Leere Kalorien (Zucker, Alkohol) haben niedrige Nährstoffdichte.
Je begrenzter das Kalorienbudget, desto wichtiger wird die Nährstoffdichte der Lebensmittelauswahl.
NEAT
Non-Exercise Activity Thermogenesis
Alle Energieverbrauch durch körperliche Aktivität außerhalb von gezieltem Sport: Gehen, Stehen, Fidgeting, Hausarbeit. Kann je nach Lebensstil 200–800 kcal täglich ausmachen und wird als Hebel für Körpergewicht massiv unterschätzt.
Bei sitzenden Berufen ist NEAT-Erhöhung (Spaziergänge, Treppe statt Lift) oft effektiver als ein Sportprogramm.
Omega-3 Fettsäuren
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: ALA (pflanzlich), EPA und DHA (tierisch/Algen). EPA und DHA sind für Entzündungsregulation, Herzgesundheit und Gehirnfunktion relevant. Die meisten Menschen nehmen zu wenig EPA und DHA auf, da der Konsum von fettem Fisch gering ist.
Vegane Quelle: Algenöl. Fischöl und Algenöl liefern EPA+DHA direkt – Leinöl (ALA) wird nur ineffizient umgewandelt.
Osteoporose
Knochenschwund durch Verringerung der Knochendichte und -qualität. Erhöhtes Risiko ab der Menopause und im Alter. Hauptprävention: Krafttraining (stärkster bekannter Reiz für Knochenaufbau), ausreichend Calcium und Vitamin D.
Krafttraining ist ein stärkerer Knochenschutz als jedes Supplement allein.
Periodisierung
Planmäßige Variation von Trainingsbelastung, Volumen und Intensität über Zeit. Soll Adaption optimieren, Übertraining verhindern und Leistungshöchstpunkte zu bestimmten Zeitpunkten erzielen. Grundformen: lineare, undulierte und Blockperiodisierung.
Deloads sind ein wesentliches Element der Periodisierung.
Pre-Workout
Sammelbegriff für Booster-Produkte, die kurz vor dem Training eingenommen werden. Enthalten typischerweise Koffein, Beta-Alanin und manchmal Citrullin oder L-Tyrosin. Wirken auf Fokus, Pump und subjektive Trainingsenergie. Der nachweisbare Hauptwirkstoff ist meist Koffein.
Nicht täglich nutzen — Toleranzentwicklung tritt schnell ein. Spät am Tag stört den Schlaf.
Probiotika
Lebende Bakterienkulturen, die in fermentierten Lebensmitteln (Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi) oder als Supplement vorkommen. Können die Darmflora positiv beeinflussen — besonders nach Antibiotika oder bei Verdauungsproblemen. Studienlage gemischt, Wirkung stark stamm- und situationsabhängig.
Bei intakter Verdauung meist nicht nötig. Fermentierte Lebensmittel sind oft die bessere Quelle als Kapseln.
Progressive Überlastung
Progressive Overload
Das wichtigste Prinzip im Krafttraining: Der Körper passt sich an Belastungen an. Um weiter Fortschritte zu erzielen, muss die Belastung systematisch gesteigert werden – durch mehr Gewicht, mehr Wiederholungen, weniger Pause oder mehr Volumen.
Ohne progressiven Reiz stagniert der Aufbau, egal wie viel Protein oder Kreatin eingenommen wird.
Protein
Eiweiß
Makronährstoff aus Aminosäuren. Wichtig für Muskelaufbau, Regeneration, Enzymfunktion, Hormonsystem und Immunsystem. Höchster thermischer Effekt aller Makros (ca. 25–30% der Kalorien werden für Verdauung verbraucht). 4 kcal/g.
Für Trainierende: 1,6–2,2g/kg täglich als Orientierung. Über den Tag verteilen.
Refeed
Geplanter Zeitraum erhöhter Kohlenhydratzufuhr während einer Diätphase. Ziel: Glykogenspeicher auffüllen, Leptin (Sättigungshormon) stimulieren, psychische Erholung. Kein Fehltag, sondern strategische Einheit der Diät.
Ein Refeed alle 1–2 Wochen ist in längeren Diätphasen hilfreich für mentale und metabolische Adaption.
Regeneration
Der Prozess der körperlichen Erholung nach Trainingsbelastung. Umfasst Muskelreparatur, Glykogenauffüllung, Hormonrebalancing und ZNS-Erholung. Findet primär im Schlaf statt. Wird durch ausreichend Protein, Flüssigkeit, Schlaf und Stressmanagement unterstützt.
Ohne ausreichende Regeneration kein Muskelwachstum – Training ist der Reiz, Regeneration ist die Anpassung.
Rekomposition
Body Recomposition
Gleichzeitiges Fett-Verlieren und Muskeln-Aufbauen. Besonders gut möglich bei Anfängern, Wiedereinsteigern oder Übergewichtigen mit hohem Körperfettanteil. Erfordert ausreichend Protein (~2 g/kg), Krafttraining und einen moderaten Kaloriendefizit bis Erhaltung.
Bei Fortgeschrittenen funktioniert Rekomposition nur sehr langsam. Klassische Bulk- und Cut-Phasen sind dann oft effizienter.
RPE
Rate of Perceived Exertion / Subjektive Belastung
Skala zur subjektiven Einschätzung der Trainingsintensität (1–10). RPE 8 bedeutet: 2 Wiederholungen blieben noch übrig (= RIR 2). Modernes Steuerungsinstrument für Trainingsvolumen und -intensität ohne Pulsmessung.
RPE ist trainierbar und wird mit Erfahrung genauer. Anfänger schätzen oft zu niedrig oder zu hoch.
Sarkopenie
Altersbedingter Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft. Beginnt merklich ab ca. 50 Jahren mit ca. 1–2% Verlust jährlich ohne Gegenmaßnahmen. Hauptkonsequenzen: reduzierte Mobilität, Sturzrisiko, niedrigerer Grundumsatz.
Krafttraining ist die effektivste Maßnahme gegen Sarkopenie – auch noch im hohen Alter.
Sättigungsindex
Maß für die Sättigungswirkung eines Lebensmittels pro Kalorie. Protein und Ballaststoffe haben den höchsten Sättigungseffekt. Fett und einfache Kohlenhydrate weniger. Voluminöse Lebensmittel mit viel Wasser und Ballaststoffen machen bei wenig Kalorien länger satt.
Für Diätphasen: voluminöse, proteinreiche Mahlzeiten erhöhen Sättigung bei gleichem Kalorienbudget.
Stoffwechsel
Gesamtheit aller chemischen Prozesse im Körper, die Energie erzeugen (Katabolismus) oder Gewebe aufbauen (Anabolismus). Der Grundumsatz ist der größte Teil des Stoffwechsels. Häufiges Missverständnis: „langsamer Stoffwechsel" ist meist Muskelmangel und niedrige NEAT.
Krafttraining und Muskelmasse erhöhen den Stoffwechsel nachhaltiger als kurzfristige Diäten.
Testosteron
Anaboles Steroidhormon, das bei Männern in den Hoden und bei Frauen in geringen Mengen in den Eierstöcken produziert wird. Fördert Muskelaufbau, Knochendichte, Libido und Energieniveau. Sinkt mit dem Alter, wird durch Schlafmangel, chronischen Stress und Übertraining gehemmt.
Schlaf, Krafttraining, ausreichend Fett in der Ernährung und Stressmanagement unterstützen physiologisch gesunde Testosteronwerte.
Thermic Effect of Food (TEF)
Thermischer Effekt der Nahrung
Energiemenge, die der Körper für Verdauung, Transport und Verarbeitung von Nahrung aufwendet. Protein: ca. 25–30%, Kohlenhydrate: ca. 5–10%, Fett: ca. 2–3%. Einer der Gründe, warum proteinreiche Ernährung bei gleichem Kaloriengehalt effektiver für Gewichtsmanagement ist.
Protein hat den höchsten thermischen Effekt – ein weiterer Grund, die Proteinzufuhr zu priorisieren.
Trainingsvolumen
Gesamte Trainingsbelastung: Sätze × Wiederholungen × Gewicht. Das Trainingsvolumen ist einer der stärksten Treiber für Hypertrophie, hat aber eine Grenze: zu viel Volumen ohne ausreichende Regeneration führt zu Übertraining statt zu mehr Wachstum.
Für Hypertrophie: 10–20 Arbeitssätze pro Muskelgruppe wöchentlich als Orientierung.
Vitamin B12
Wasserlösliches Vitamin, das ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt. Essentiell für Blutbildung, Nervenfunktion und DNA-Synthese. Bei veganer Ernährung Pflicht zur Supplementierung – Mangel entwickelt sich schleichend über Monate bis Jahre.
250–500µg Cyanocobalamin täglich oder 2000µg wöchentlich. Kein Verhandeln.
Vitamin D
Fettlösliches Vitamin / Prohormon, das hauptsächlich durch UVB-Sonneneinstrahlung auf der Haut gebildet wird. Unterstützt Knochengesundheit, Immunsystem, Muskelkraft und Hormonproduktion. In Deutschland von Oktober bis März für die meisten unzureichend verfügbar.
2000–4000 IE täglich in der Wintersaison. Kombiniert mit K2 für optimale Calciumverwertung.
VO2max
Maximale Sauerstoffaufnahme in ml O2 pro kg Körpergewicht pro Minute. Maß für aerobe Kapazität und kardiovaskuläre Fitness. Verbesserbar durch Ausdauertraining, besonders durch hochintensive Intervalle. Gilt als einer der stärksten Prädiktoren für Lebenserwartung und Gesundheit.
Auch kurze HIIT-Einheiten (3–4× wöchentlich) verbessern die VO2max messbar.
Volumentraining
Trainingsansatz mit hoher Satz- und Wiederholungszahl bei moderatem Gewicht. Primär für Hypertrophie geeignet. Im Gegensatz zu Krafttraining (wenige Wiederholungen, hohes Gewicht, neuronale Anpassung).
Eine Kombination aus Krafttraining (3–6 WH) und Volumentraining (8–15 WH) ist für die meisten Trainingsziele optimal.
Whey
Molkenprotein
Molkenprotein – entsteht als Nebenprodukt der Käseherstellung. Schnell verdaulich, hoher Leucin-Gehalt, vollständiges Aminosäureprofil. Einer der meistuntersuchten Proteinsupplements. Ideal nach dem Training.
Nicht zwingend notwendig, wenn Proteinbedarf über Mahlzeiten gedeckt wird. Praktisch, wenn das im Alltag schwer fällt.
Wiederholungsbereich
Rep Range
Die Anzahl der Wiederholungen pro Satz. Niedrig (1–5): primär Kraftentwicklung. Mittel (6–15): Hypertrophie und Kraft kombiniert. Hoch (15+): Kraft-Ausdauer. Für Muskelaufbau ist der mittlere Bereich am besten erforscht, aber alle Bereiche können Hypertrophie fördern.
Variation des Wiederholungsbereichs über Trainingszyklen optimiert Langzeitfortschritt.
Zentrales Nervensystem (ZNS)
ZNS
Gehirn und Rückenmark als Steuerungszentrale des Körpers. Im Trainingskontext relevant, weil intensives Krafttraining nicht nur die Muskeln, sondern auch das ZNS ermüdet. ZNS-Ermüdung ist langsamer zu regenerieren als Muskeln.
Nach sehr intensiven Trainingsblöcken (viel Maximalkraft, viel Volumen) kann ZNS-Ermüdung Leistungseinbrüche verursachen. Deloads helfen.
Zink
Essentielles Spurenelement, wichtig für Immunfunktion, Wundheilung, Testosteronproduktion und Proteinsynthese. Wird bei intensivem Training vermehrt verbraucht und durch Schwitzen verloren. Pflanzliche Zinkquellen werden durch Phytate schlechter aufgenommen.
Vegetarier und Veganer sind häufiger von Zinkmangel betroffen. Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte als Quellen.
ZMA
Zink-Magnesium-Aspartat
Kombinationspräparat aus Zink, Magnesium und Vitamin B6. Beliebt als Recovery- und Schlaf-Supplement. Bei nachgewiesenem Mangel kann ZMA Schlafqualität, Regeneration und Hormonhaushalt unterstützen. Ohne Mangel ist der Effekt limitiert.
Abends vor dem Schlafen einnehmen. Nicht mit Calcium zusammen — beeinträchtigt die Zinkaufnahme.
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Erstellt & fachlich geprüft von
Marco KalsnerRedaktion & Technik
Eduard MangoldFachliche Prüfung · Inhaber Sportnahrung MangoldStand: 24.06.2026 · Inhalte werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.

















